Weisheit – die transformative radikale Kraft

Die Sehnsucht nach Weisheit gibt es seit Menschen Gedenken. Weisheit wird allgemein als höchste menschliche Tugend beschrieben. Näher betrachtet ist sie ein Konstrukt vieler Qualitäten, multidimensional.

Große Denker im Westen haben Weisheit als ein Zusammenwirken kognitiver Fähigkeiten verstanden, wobei bei der Beschreibung die Vernunft, das Wissen von Gott oder gerechtes Handeln hervorgehoben werden.

Transformative Kraft

Östliche Weisheitstraditionen sind anders orientiert. Sie betonen die transformative Kraft von Weisheit, die darin besteht, dass sie sich positiv auf unsere kognitiven, intuitiven, affektiven und zwischenmenschlichen Erfahrungen auswirkt.
Im Taoismus um 600 v. Chr. beispielsweise werden Intuition, Mitgefühl und vor allem ein ausgewogenes Leben in Harmonie mit den Gesetzen der Natur als die Essenz von Weisheit gesehen.

Intuitive Einsicht

In der buddhistischen Lehre wird Weisheit als Einsicht in die Muster der natürlichen Welt als auch in die Formen gesehen, wie konventionelle geistige Gewohnheiten Leiden erzeugen. Vernunft und Wissen werden als weniger wichtig als intuitive Einsicht gewertet. Einsicht kann demnach unsere Erfahrung wie auch unser Verhalten radikal transformieren.*
So ist Weisheit eine uns innewohnende immer verfügbare Qualität im Vergleich zu angehäuftem Wissen. Sie ist die Kehrseite zum verwirrten Zustand des Geistes.
„Weisheit und Mitgefühl in der Arbeit mit anderen“ ist ein Schwerpunktthema unserer Kompaktseminare. Hier untersuchen wir aus Sicht der kontemplativen Psychologie unsere eigene Weisheit und ihre transformative Kraft – für uns selbst als auch in der Arbeit mit unserem Gegenüber.
*Inhalt basiert auf dem empfehlenswerten Buch „Weisheit und Mitgefühl in der Psychotherapie“ von C. Germer und R. Siegel.